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Führung beginnt beim Ich.

  • Autorenbild: Melanie Kaufmann
    Melanie Kaufmann
  • 17. März
  • 2 Min. Lesezeit


Man oder "du"? Warum ‚man‘ dich schwächer macht


Ich spreche heute über den Unterschied zwischen „man“ und „ich“ in unserer Sprache. Einer meiner wichtigsten Lehrer hat mir diesen Unterschied vor etwa 20 Jahren deutlich gemacht. Damals hielt er mir – zugegeben ziemlich hartnäckig und eher nervig – regelmäßig den Spiegel vor, wenn ich von mir selbst als „man“ sprach. Nach unzähligen Verbesserungen war es schließlich verinnerlicht. Seither fällt es mir überall auf: Viele Menschen sprechen von sich als „man“.


Heute bin ich selbst dieser „nervige Spiegel“. In meinen Trainings mache ich Teilnehmenden bewusst, wie sehr dieses eine kleine Wort die Selbstwahrnehmung und Wirkung verändert – und nicht selten klebe ich einen Zettel auf Boden oder Wand, für alle sichtbar, auf dem “Man oder Du?” steht. Meistens verbessern sich die Teilnehmenden schnell gegenseitig oder zeigen grinsend auf den Zettel.


Warum ist das auch für dich relevant?

Weil deine Wortwahl direkt beeinflusst, wie du auf andere wirkst – gerade als Führungskraft. Es sagt viel über dein Selbstverständnis aus und darüber, ob du dich gerade verbal wegduckst oder Verantwortung übernimmst.

Auch wenn anderen der Unterschied nicht immer bewusst auffällt, wirkt die Wortwahl – nach außen und nach innen.


Mir fällt häufig auf: Sobald es um persönliche oder unangenehme Themen geht, flüchten viele ins „man“ („Das tut einem dann schon weh“, „Da ist man ganz schön unsicher…“). Dieses Muster schafft Abstand. Wer „man“ statt „ich“ sagt, rückt das eigene Empfinden auf Distanz – aus Selbstschutz oder, weil noch keine vollständige Verantwortungsübernahme möglich ist.


Wenn du „ich“ sagst, zeigst du:

  • Selbstbewusstsein

  • Verantwortungsübernahme

  • Authentizität

  • einen klaren Standpunkt


Mit „man“ signalisierst du oft:

  • Unsicherheit oder fehlende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

  • den Versuch, unangenehme Aussagen abzumildern

  • das Bedürfnis nach Distanz oder Selbstschutz


Als Führungskraft wirkst du verbindlicher, wenn du sagst: „Ich möchte, dass wir das Projektreporting straffen, weil…“ anstelle von: „Man müsste jetzt mal das Projektreporting straffen…“ – das bleibt schwammig und vage.

Mit “man” delegierst du Verantwortung an das Allgemeine oder System ab, du reduzierst deine persönliche Angreifbarkeit, klar. Aber das hat den Preis, dass das auch Klarheit und Vertrauen mindert und dich unsicherer und unverbindlicher wirken lässt.


„Man“ ist irgendjemand. Sprich für dich.


Deine Wahl ist Ausdruck deiner Haltung. Führung braucht Klarheit, Verantwortung und Authentizität – und genau das beginnt beim „ich“.


P.S. Letzte Woche haben die Teilnehmenden meines einjährigen Programms zum Abschluss ihr "Führungs-Manifest" geschrieben und vorgelesen. Christoph stellte sich nach vorn und begann mit "Mein Ichifest". Da wusste ich: ist angekommen :-) 

 
 
 

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